12 Punkte auf die Sie achten sollten wenn Sie einen Tesla Model S gebraucht kaufen

Tesla Model S gebraucht kaufen - Alles was Sie wissen müssen

Tesla Model S gebraucht kaufen | Foto: 163 Grad
Tesla Model S gebraucht kaufen | Foto: 163 Grad

Sie möchten ein Tesla Model S gebraucht kaufen? Im zweiten Teil der Serie zeigt Ihnen 163 Grad, worauf Sie achten sollten. 

Wer ein Tesla Model S gebraucht kaufen möchte, der sollte sich auskennen. Mit dieser Übersicht von 163 Grad finden Sie sich bei der Suche eines gebrauchten Tesla Model S zurecht. Im 2. Teil geht es jetzt um die Ausstattungsmerkmale und Modelle.

Nach meiner persönlichen Erfahrung, Recherche und Empfehlungen ergibt sich folgende Reihenfolge beim Kauf eines gebrauchten Model S:

  • WICHTIG: Historie, Zustand, Laufleistung, Service, Tech-Paket, Supercharging
  • NICE-TO-HAVE: Doppellader, Autopilot, Luftfederung, Winterpaket, Autopilot, Soundpaket, Glas-Schiebedach
  • GESCHMACKSSACHE: Batteriegröße, Farbe, Innenausstattung, Felgen, Performance Plus oder Ludicrous
  • GEHT GAR NICHT: importiertes US Modell

Aber der Reihe nach. Die Erklärung dazu, wie ich auf diese Einschätzung komme, ergibt sich aus dieser 12 Punkte Checkliste für den Kauf eines gebrauchten Tesla Model S.

 1.  Die Basics

Wie bei jedem Gebrauchtwagen-Kauf sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • vollständige Historie
  • Papiere und Schlüssel komplett
  • Pflegezustand
  • unfallfrei / nachlackierungsfrei
  • Einhaltung der Service Intervalle
  • Laufleistung
  • europäisches Modell

Da es kein Service-Heft wie bei den meisten Autos gibt, lässt sich die Service-Historie nicht wirklich dokumentieren. 

Von Tesla Model S Importen aus den USA sollte man meiner Meinung nach Abstand nehmen. Ein direkt importiertes US-Modell kann nur einphasig laden und nicht am europäischen Tesla Supercharger nachgeladen werden. 

Europäische Fahrzeuge sind dagegen gleichwertig. Hier spielt es keine Rolle, ob das Wunschauto aus Deutschland, Norwegen, Dänemark, Schweden oder z.B. Frankreich kommt. Es kann sich also lohnen, auch mal im Ausland zu suchen. Nur England scheidet für mich aus, da die Tesla Model S in UK Rechtslenker sind.

Tesla Model S P85 | Foto: 163 Grad
Tesla Model S P85 | Foto: 163 Grad

2. Alles ganz logisch: Die Modellbezeichnung des Tesla Model S

Beim Tesla Model S geht aus der Typenbezeichnung genau hervor, welche Akkukapazität, Antriebstechnik und Leistungsstärke das Auto hat. Am Heck steht dazu auf der rechten Seite eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die man wie folgt entschlüsseln kann:

  • Wenn am Anfang der Buchstabe „P“ steht, handelt es sich um ein Performance Modell. Es hat eine andere Motorenkonfiguration, mehr Leistung und beschleunigt eine Sekunde schneller von 0 auf 100 km/h. Erkennbar ist es an einer kleinen Carbon-Spoilerlippe auf der Heckklappe.
  • Die Zahl gibt die Batteriekapazität des Autos wieder. Möglich sind aktuell 60, 70, 75, 85, 90 und 100. Von der Batteriekapazität hängt direkt die Reichweite des Autos ab, sie entspricht praktisch dem „Tankinhalt“
  • Der Buchstabe „D“ hinter der Zahl steht für Dual-Drive. Ein „D“ hat 2 Elektroantriebe, einen an der Hinterachse und einen vorne. Tesla realisiert damit einen Allradantrieb. Den Dual Drive erkennt man auch an dem Kofferraum vorne, dem „Frunk“. Der Frunk ist dann deutlich kleiner.
  • Ein Pluszeichen am Ende kennzeichnet das Performance Plus Paket. Hier handelt es sich um eine Fahrwerksmodifikation mit optimierten Dämpfern, Lagerbuchsen, Stabilisatoren und speziellen Michelin-Reifen. Sportlichkeit ist das Ziel. Das Plus-Paket gab es nur zusammen mit Performance Option, 85 kWh Akku, Tech-Paket, Luftfederung und 21″ Felgen. 
  • Wenn die Typenbezeichnung unterstrichen ist, hat das Fahrzeug ein „Ludicrous“ Update. Die Funktion lässt sich im Menu aktivieren und bringt Beschleunigungswerte von unter 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das Update alleine kostete 10.000 Euro.

Die Bezeichnung macht es einfach, das Auto einzuschätzen. Ein Tesla Model S 60 ist also eher ein komfortables Einstiegsmodell, während das Tesla Model S P85+ auch mit vielen Sportwagen mithalten kann – sowohl von den Fahrleistungen als auch vom Handling.

Probefahrt im Model S | Foto: 163 Grad
Probefahrt im Model S | Foto: 163 Grad

3. Tesla Model S Versionen nach Baujahr

2013

Das Tesla Model S wurde ab Sommer 2013 in Deutschland ausgeliefert. Frühe Exemplare gehören häufig zur „Signature“ Serie. Die wurde speziell zur Markteinführung aufgelegt. Zum Start gab es Modelle mit 60 kWh und 85 kWh Akkukapazität.

2014

Mit der Ankündigung des Model X wurde auch der Allrad-Antrieb „Dual-Drive“ vorgestellt. Dieser ist seit Ende 2014 für das Model S erhältlich. 
Seit September 2014 haben die Model S die Hardware für den Autopiloten 1.0 eingebaut. Die Aktivierung erfolgte in 2015.

2015

Im Oktober 2015 wurde der Autopilot 1.0 eingeführt. Zusammen mit der Software 7.0 (oder höher) kann das Model S dann teilautonom fahren, der Spur folgen oder einparken. Die Hardware dazu ist in allen Model S nach Einführung des Tesla Autopiloten verbaut. 

Die Aktivierung des Autopiloten war aber optional und und musste extra bezahlt werden. Sollte der Vorbesitzer keine Autopilot Option gebucht haben, kann der Autopilot im gebrauchten Fahrzeug nachträglich bei Tesla aktiviert werden. Die Kosten dafür liegen bei über 3.000 Euro.

Für leistungsstarke Modelle wie den P85 gibt es seit 2015 das Ludicrous Update.

2016

Im April 2016 erfolgte eine grosse Modellpflege. Das Model S erhielt eine neue Front ohne den angedeuteten Kühlergrill und sieht von vorne etwas anders aus. Die Scheinwerfer sind in LED Technik ausgeführt und können Ihr Licht der Fahrsituation anpassen. Im Innenraum gibt es bequemere Sitze, eine neue Mittelkonsole mit Fächern und den HEPT Luftfilter.
Der Doppellader von 22 kW auf 16,5 kW reduziert.

Seit Oktober 2016 gibt es den Autopiloten 2.0 . Er besteht im wesentlichen aus einer deutlich aufgerüsteten Hardware mit mehr Sensoren und einem leistungsstärkeren Rechner. Die soll nach Aussage von Tesla ausreichen, um sogar das autonome Fahren der Stufe 5 (fahrerlos) zu ermöglichen. Aktuell sind Teile dieses Systems noch nicht aktiviert, da auch rechtliche Rahmenbedingungen fehlen. Die Tesla Model S mit Autopilot 2.0 sammeln aber im Hintergrund fleißig Daten. Diese werden automatisch an Tesla gesendet und fließen später in die endgültige Software Version ein. 

Über ein Software Update soll das Model S mit dem Autopiloten 2.0 irgendwann auf voll autonomes Fahren der Stufe 5 gebracht werden. Für ältere Modelle mit Autopilot 1.0 wird das nicht gehen. 

Der Autopilot 2.0 ist eine Option, die extra gebucht werden muss. Die Hardware ist ab Mitte Oktober 2016 immer verbaut worden. Die Freischaltung erfolgt per Software und lässt sich auch nachträglich bei einem gebrauchten Tesla Model S vornehmen. Die Kosten für die volle Aktivierung des Autopiloten 2.0 liegen laut Tesla Homepage aktuell bei über 10.000 Euro.

4. Eine Frage der Reichweite: Tesla Model S Batteriegrösse

Natürlich ist die Akku-Größe das zentrale Feature des Model S . Es gibt im Prinzip 3 Grössen:

  • Standard-Modelle mit 60 kWh , später dann 70 kWh und 75 kWh
  • den grösseren Akku mit 85 kWh, später 90 kWh
  • die Mega-Variante mit 100 kWh

Wenn man ehrlich ist, reichen die Standard-Grössen für die meisten Fahrten völlig aus. So beträgt die Reichweite eines Model S 70 mit Hinterrad-Antrieb 375 km nach NEFZ. Ein 85iger hat schon eine NEFZ Angabe von über 500 km Reichweite!

5. Wichtig: Batterieschutz

Zur Sicherheit wurden alle Tesla Model S ab März 2014 mit einem 3-teiligen Schutzschild für die Fahrbatterie ausgestattet. Gebrauchte Tesla S, die älter sind als März 2014, können nachgerüstet werden. Treffen Sie auf ein solches Modell, sollten Sie klären, ob die Nachrüstung bereits erfolgt ist.

Tesla Model S Supercharger
Tesla Model S Supercharging | Foto: 163 Grad

6. Aufladen an Gleichstrom: Supercharging

Ein Haupt-Feature von Tesla ist das eigene Ladenetzwerk, die Supercharger. Die Fahrzeuge bis Ende 2016 haben dieses Feature fast alle inklusive, worin der Reiz besteht, ein Tesla Model S gebraucht zu kaufen.

Die Supercharger stehen verteilt an Autobahnen, Hauptverkehrs-Achsen und in der Nähe von Ballungsräumen. Das schnelle Nachladen macht lange Strecken mit dem Tesla Model S erst möglich. Die Aufladung erfolgt mit bis zu 135 kW Gleichstrom. Die kleineren Akkupakete (60, 70 und 75kW) laden mit maximal 100 kW Gleichstrom. Eine Ladekarte gibt es nicht. Einfach ranfahren und den Stecker reinstecken. Die Autorisierung erfolgt über die Fahrgestellnummer, die beim Ladevorgang mit übertragen wird. Empfohlen wird eine Aufladung bis 80% der maximalen Akkukapazität, was so circa 30 bis 40 Minuten dauert. Das reicht dann auf jeden Fall, um zum nächsten Supercharger zu kommen und dort wieder nachzuladen. 

Aber Achtung: Bei dem kleinen 60 kWh Akku war das Supercharging nicht im Kaufpreis des Autos enthalten und musste extra bestellt werden. Hat der Vorbesitzer den Haken hier nicht gemacht, so kann Supercharging noch nachträglich im Tesla Store bestellt werden – für mehr als 2.000 Euro. Darauf sollte man zumindest bei einem gebrauchten Model S 60 achten. Ab dem Model S 70 war die Nutzung der Tesla Supercharger inklusive, für alle Fahrzeuge mit Zulassung bis zum 31.12.2016.

Für Tesla Modelle ab Zulassung Januar 2017 konnte sich der Neuwagenkäufer als erster Besitzer noch über einen Empfehlungs-Link kostenloses Supercharging sichern. Wenn Sie das Auto gebraucht kaufen und als 2. Halter bei Tesla registrieren, geht das kostenlose Supercharging nicht auf Sie über. 

7. Aufladen an Wechselstrom: optionaler Doppellader

Als Serienausstattung lädt das Model S an Wechselstrom mit maximal 11 kW Leistung. Mit dem optionalen Doppellader geht´s rauf auf 22 kW. Der Doppellader lässt sich nicht nachrüsten und ist damit ein wichtiges Feature, auf das man achten sollte. So lädt das Model S an der Wallbox oder einer öffentlichen Ladesäule deutlich schneller auf. Modelle ab 4/2016 haben als Option ein Hochvolt-Lader mit nur 16,5 kW

8. Unverzichtbar: Tech-Paket für das Model S

Hauptsächliches Feature des Tech-Pakets ist die integrierte Navigation mit Europa-Karten. Damit alleine ist das Tech-Paket schon ein absolutes Muss. Zum Paket gehören:

  • Integrierte Navigation und Landkarten für Europa mit kostenlosen Updates für 7 Jahre
  • Automatischer schlüsselloser Zugang
  • Beleuchtete Türgriffe
  • Automatisch abblendende Spiegel
  • Automatische, beheizte Seitenspiegel
  • GPS-gesteuerte Homelink-Funktion
  • Sitze, Spiegel und Fahrerprofil mit Memory-Funktion

Fast alle Tesla Fahrer, mit denen ich gesprochen habe, bewerten das Tech-Paket als ein Muss, wenn man ein Tesla Model S gebraucht kaufen möchte.

Tesla Model S Autopilot 1.0 | Foto: 163 Grad
Tesla Model S Autopilot 1.0 | Foto: 163 Grad

9. Autopilot

Das am meisten besprochene Feature der letzten 2 Jahre ist der Tesla Autopilot. Man unterscheidet 2 Versionen:

  • Autopilot 1.0 ( Modelle von 10/2015 bis 10/2016 )
  • Autopilot 2.0 ( Modelle ab 10/2016… )

Mit dem Autopilot 1.o fährt das Model S z.B. auf der Autobahn alleine in der Spur, hält die Geschwindigkeit und hilft beim Spurwechsel. Wenn die Hardware verbaut wurde, lässt sich der Autopilot 1.0 auch bei einem Gebrauchtwagen nachträglich freischalten. Die Kosten dafür liegen bei über 3.000 Euro.

Der Autopilot 2.0 ab Oktober 2016 beinhaltet eine umfangreichere Hardware mit mehr Sensoren und stärkerem Prozessor. Sie soll sich später bis zum vollautonomen Fahren updaten lassen und hat laut Tesla Homepage einen Neupreis von über 10.000 Euro. Fahrzeuge mit dem Autopiloten 2.0 haben kleine Kameras, die in den dreieckigen Tesla-Emblemen im vorderen Kotflügel sitzen und sind daran schnell zu erkennen. Ist die Hardware verbaut, lässt sich der Autopilot auch hier nachträglich freischalten – gegen Aufpreis natürlich.

Tesla Model S Glas Schiebedach | Foto: 163 Grad
Tesla Model S Glas Schiebedach | Foto: 163 Grad

10. Glas- Schiebedach

Für das Model S gibt es 3 verschiedene Dächer

  • geschlossenes Dach in Wagenfarbe
  • Glasdach geschlossen
  • Glas- Schiebedach

Die beiden Glasdächer sorgen für eine angenehmeres Gefühl im Auto. Nur beim Glas- Schiebedach läßt sich auf dem Model S ein Dachgepäckträger montieren. Wer z.B. den Einsatz einer Ski-Box plant, der muss darauf achten, wenn er sein gebrauchtes Model S aussucht. 

11. Fahrwerk: Standard oder Luftfahrwerk ?

Das Model S hat ein sehr gut abgestimmtes Stahl-Fahrwerk. Optional gibt es eine Luftfederung. Die ist nur dazu da, um die Fahrwerkshöhe in verschiedenen Fahrsituationen und Geschwindigkeiten anzupassen und bringt keine direkten Vorteile in der Federung. Neuere Model S speichern automatisch ab, wenn der Fahrer die Höhe verstellt z.B. für eine Bodenwelle. Wenn das Auto das nächste Mal in dieser Stelle fährt, verstellt es das Fahrwerk dann von allein. Im täglichen Betrieb hat das Luftfahrwerk für mich keinen spürbaren Komfortgewinn. Wenn Sie ein Tesla Model S gebraucht kaufen wollen, ist das Thema Luftfederung für mich eher ein Nice to have als ein Muss.

12. Für Frostbeulen: Tesla Model S Winterpaket

Das Winterpaket ist vor allem für Skandinavische Länder ein Muss. Hierzulande ist es eher ein Nice to have. Es besteht aus einer Sitzheizung für die Rücksitze, beheizbaren Scheibenwischerdüsen und einem beheizbaren Lenkrad. Einen deutschen Winter sollte man auch ohne diese Option überstehen.

Dieser Beitrag ist Teil 2 einer Serie für alle, die ein Tesla Model S gebraucht kaufen und sich informieren möchten. Teil 1 können Sie mit dem Link unten abrufen. In Teil 3 wird es dann um das Thema Garantie gehen. Stay tuned.

Diese Angaben habe ich nach bestem Wissen recherchiert. Ich übernehme aber keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. 

Teil 1 : Model S von Tesla gebraucht kaufen

Teil 2 : 12 Punkte, auf die Sie bei einem gebrauchten Model S achten sollten

Teil 3 : Tesla Certified Pre-Owned Gebrauchtwagen mit Garantie

Tesla Model S im Test von 163 Grad

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