Elektronisches Fahrtenbuch im Elektroauto macht Probleme

Vimcar & Co. - Elektronisches Fahrtenbuch im Elektroauto

elektronisches Fahrtenbuch im Elektroauto | Foto: Vimcar GmbH (Berlin)
Elektronisches Fahrtenbuch | Foto: Vimcar GmbH (Berlin)

Elektronische Fahrtenbücher wie z.B. Vimcar sind praktisch, einfach zu handhaben und sparen viel Geld. Für Elektroautos eignen sich die meisten leider nicht. Warum ist das so?

Wie viele Selbstständige nutze ich mein Fahrzeug für betriebliche und private Fahrten. Um der 1% Regelung zu entgehen führe ich ein Fahrtenbuch. Im Fahrtenbuch werden alle Fahrten einzeln protokolliert mit Anfang, Ende und Zweck der Fahrt. Damit lässt sich der tatsächliche Privat-Anteil genau berechnen und die effektiven Kosten können in private und betriebliche aufgeteilt werden.

Wer viel geschäftlich unterwegs ist und wenig privat fährt, ist mit dieser Regelung deutlich besser bedient als mit der pauschalen Versteuerung von 1% des Listen-Neupreises pro Monat. Ich selbst nutze Vimcar aus Berlin und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht. Daher möchte ich beim Umstieg von Verbrenner auf Elektro das elektronische Fahrtenbuch im Elektroauto natürlich weiter benutzen.

Vimcar – Einfach, sicher, geprüft und mit App

Angefangen habe ich mit dem klassischen Avery Zweckform Heft Fahrtenbuch 223. Vor über einem Jahr habe ich dann das elektronische Fahrtenbuch von Vimcar für mich entdeckt und das Zweckform Heft verabschiedet.

Vimcar Dongle | Foto: Vimcar GmbH (Berlin)
Vimcar Dongle | Foto: Vimcar GmbH (Berlin)

Vimcar nutzt die Onboard Diagnose Schnittstelle OBD, die in allen PKW seit spätestens 2004 verbaut ist. Die OBD Schnittstelle wurde hauptsächlich zur Überwachung des Abgasverhaltens des Autos eingeführt. Mit der OBD kann geprüft werden, ob die Abgasreinigung über die gesamte Lebensdauer des Autos ordnungsgemäß funktioniert. Mittlerweile lassen sich auch jede Menge anderer Daten über die Schnittstelle erheben, Fehlerspeicher auslesen oder Software Updates einspielen. Die dunkle Seite der Macht nutzt diese Buchse auch zur Umgehung der Wegfahrsperre oder für Tachomanipulationen.

Das elektronische Fahrtenbuch von Vimcar besteht im Wesentlichen aus einem Stecker/Dongle für die OBD Buchse. Der wird einfach in die OBD Buchse gesteckt und bleibt dort auch während der Nutzung des Autos gesteckt. Das kann man selber machen, Einbaukosten fallen nicht an. Man muss dann nur bei einem Werkstattaufenthalt aufpassen, wenn der Dongle entfernt wird, um die OBD für die eigentliche Diagnose zu nutzen. 

Der Vimcar Dongle hat eine SIM Karte integriert und funktioniert also unabhängig vom Smartphone und von GPS. Mit der App dazu lassen sich die Fahrten auf dem Smartphone als privat oder betrieblich kennzeichnen. Das geht schnell und einfach. So weit also alles gut.

OBD Buchse – Keine Abgase, kein Fahrtenbuch

Wer das Auto wechselt, z.B. ein neues Auto least, der nimmt einfach den Dongle mit in das neue Auto. Einstecken und losfahren – das war´s. Das geht nur nicht, wenn das neue Auto ein Elektroauto ist. Doch was ist hier anders?

Die OBD Buchse wurde wie gesagt zur Abgasüberwachung eingeführt. Deshalb sind Ihre Funktionsweise und die Daten, die sie liefert, aus der Verbrenner-Zeit geprägt. Ein Elektroauto produziert keine Abgase und bietet damit wohl auch nicht die Daten aus der Motorsteuerung, auf die der Vimcar Dongle angewiesen ist, um die Fahrten zu protokollieren. 

Auf der Vimcar Seite Fragen & Antworten ist aufgeführt, dass die Vimcar Lösung aktuell nicht mit Elektroautos funktioniert, man aber an einer Lösung arbeitet. 

Vimcar Fahrtenbuch App | Foto: Vimcar GmbH (Berlin)
Vimcar Fahrtenbuch App | Foto: Vimcar GmbH (Berlin)

Elektronisches Fahrtenbuch im Elektroauto

Gerade das Tesla Model S kann mit ein paar Extras schnell 80, 90 oder gar 100.000 Euro kosten. Die Besteuerung richtet sich nach dem Listen-Neupreis, auch wenn das Fahrzeug gebraucht gekauft wurde. Das Fahrtenbuch kann sich in dieser Preisklasse also sehr schnell lohnen.

Da die OBD Schnittstelle ausscheidet kommen nur noch Fahrtenbücher mit eigener GPS Antenne in Frage. Diese müssen im Fahrzeug fest installiert werden, was ca. 1 Stunde dauert und von einem Fachmann gemacht werden sollte. Es fallen also Einbaukosten an. Wird das Fahrzeug gewechselt, muss umgebaut werden. Schade, Vimcar war dagegen so einfach. 

Eine solche Lösung ist z.B. das elektronische Fahrtenbuch von Travelcontrol. Ich den bekannten Foren haben mehrere Tesla Fahrer gepostet, dass sie dieses System benutzen und Ihre Fahrten damit zuverlässig erfassen und abrechnen. Die Bearbeitung des Fahrtenbuchs erfolgt dabei am heimischen PC und leider nicht so einfach wie mit Vimcar. 

Elektronisches Fahrtenbuch im BMW i8

BMW i8
Der BMW i8 | Foto: Carlos Kella

Noch eine kleine Randbemerkung zum Schluss. Die OBD Schnittstelle ist üblicherweise im Fussraum des Fahrers verbaut. Es gibt aber auch Ausnahmen. Eine davon ist der BMW i8 . Hier sitzt die OBD Buchse im Rahmen der Fahrertür und ist nur bei geöffneter Tür zugänglich.

Mit dem Dongle auf der OBD Buchse schließt die Tür nicht mehr…

Vimcar Homepage

Travelcontrol Homepage

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