LichtBlick Ladesäulen-Check Deutschland 2017

Kompliziert und teuer - LichtBlick Ladesäulen-Check 2017

Ergebnisse des ersten Ladesäulen-Checks | Foto: LichtBlick SE
Ergebnisse des ersten Ladesäulen-Checks | Foto: LichtBlick SE

Der Hamburger Energieanbieter LichtBlick SE hat eine Studie zur öffentlichen Ladestruktur für Elektroautos veröffentlicht. Es geht um spontanes Laden, Tarife und Preise. Die Ergebnisse der Studie sind ernüchternd…

Wenn das Elektroauto ein Erfolg werden soll, benötigt es nicht nur eine grosse Reichweite. Viel wichtiger ist eine Ladeinfrastruktur, die flächendeckend vorhanden ist, einfach genutzt werden kann und preislich attraktiv ist. LichtBlick hat in einer Studie ermitteln lassen, wie sich die Ladeinfrastruktur in der Praxis wirklich darstellt. Das Ergebnis ist der erste Ladesäulen-Check Deutschland. 

Die Preise: Teurer als Haushaltsstrom

Für die Studie wurde ein Nissan Leaf angenommen, der für 100 km Strom tanken soll. Das entspricht ungefähr einer Aufladung von 16 kWh. Die Aufladung soll an einem Anschluss für Wechselstrom mit 7,4 kW Leistung erfolgen. 

Natürlich gibt es auch Ladepunkte, an denen Strom kostenlos abgegeben wird. Das ist dann z.B. bei grossen Handelsketten oder Gastronomien der Fall, die das als Kundenservice verstehen. Oder es sind Ladepunkte von Anbietern, denen die Abrechnung angesichts der wenigen Ladevorgänge noch zu aufwändig ist. Beide Fälle sind jedoch die Ausnahme.

Im Regelfall muss für die Aufladung Geld bezahlt werden – entweder pro geladener Kilowattstunde oder pro Minute (und dann unabhängig von der in dieser Zeit bezogenen Strommenge). Wer das dann auf die geladene Kilowattstunde, die im Akku des Elektroautos landet, umrechnet, der kommt häufig ins Staunen. Verglichen mit Haushaltsstrom (ca. 29 ct/kWh inkl. MwSt.) wird das richtig teuer. Teilweise hat er mehr als das Doppelte bezahlt. 

Dann doch lieber Benzin ?

Die Preisunterschiede beim Aufladen sind laut der LichtBlick Studie erheblich. Bei einigen Anbietern sind die Preise so hoch, dass man für das Geld lieber einen Benziner fahren kann. Gerade bei den zeitbasierten Tarifen rächt sich die geringe Ladeleistung vieler Elektroautos und führt zu einen sehr schlechten Preis-/Leistungsverhältnis bezogen auf die geladenen Kilowattstunden.

Warum einfach wenn es auch kompliziert geht?

Der Zugang zu den öffentlichen Ladesäulen ist mitunter recht kompliziert. Im Regelfall muss man sich vorher beim Anbieter registriert haben, um den Ladepunkt nutzen zu können. Die Freischaltung erfolgt über eine RFID Karte, über die App des Anbieters oder eine SMS. Ohne ein Smartphone geht im Regelfall nichts. 

Spontanes Laden ohne Registrierung ist laut dem LichtBlick Ladesäulen-Check nur bei 3 von 11 Anbietern möglich. Die derzeit beste Lösung sind Rooming Anbieter wie z.B. NewMotion. Hier ist bei der Nutzung eine Service-Gebühr fällig. Dafür kann man über NewMotion mit einer Karte bzw. App aber mehr als 30.000 Ladepunkte Europaweit nutzen.

Die Lösung: Wettbewerb an der Ladesäule

Einen Lösungsansatz liefert die LichtBlick Studie gleich mit. Danach sollte der Kunde seinen persönlichen Stromtarif von zuhause an den Ladepunkt mitnehmen können. Der Ladepunkt selbst ist quasi anbieterneutral und gehört dann zur Netz-Infrastruktur. Der Kunde schaltet den Ladepunkt z.B. mit der App oder Ladekarte seines Stromanbieters frei und bekommt die geladenen kWh dann mit seiner normalen Stromrechnung abgerechnet. 

So kann der Kunde seinen Stromanbieter an die Ladesäule mitnehmen. Wer sich für einen ÖkoStrom Anbieter entschieden hat, kann so beim Aufladen seines Autos auch sicherstellen, dass er keinen Graustrom unterstützt. 

LichtBlick Blog „Chaos an der Ladesäule“ 

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