Smart fortwo electric drive im Test – Ausstattung – Reichweite – Aufladen

Besser elektrisch - smart fortwo electric drive 2017

Smart-fortwo-electricdrive-2017 | Foto: 163 Grad

Der Smart fortwo electric drive ist das ideale Stadtauto. Der elektrische Antrieb passt dabei besser ins urbane Umfeld als der Verbrenner. Welche Reichweite ist möglich, wie lässt sich der Smart fortwo electric drive aufladen was gibt es dabei zu beachten? 163 Grad hat den Smart getestet.

Eine Woche war ich unterwegs in Hamburg und Umgebung mit dem neuen 2017er Smart fortwo electric drive. Das Auto hat mich bei meiner täglichen Arbeit in Hamburg begleitet. 

Vorankommen in der Stadt – Kein Problem mit einem Smart

Der Smart ist in den Großstädten und im urbanen Umfeld zuhause. Mit 2,70 m Länge ist man in der Stadt gefühlt schneller unterwegs. Zwar steht man auch mit dem Smart genau so im Stau wie alle anderen. Trotzdem eröffnen sich im Berufsverkehr immer wieder Lücken, durch die man eben nur mit einem Smart durchschlüpfen kann. 

Am Ziel angekommen kann der Smart dann seinen Grössenvorteil voll ausspielen. Während die erste Smart Generation mit 2,5 m Länge quer genau in eine Parklücke passte, sind die 2,70 m der aktuellen Generation dafür etwas zu gross. Trotzdem lassen sich mit dem Smart diverse Lücken zum Parken ausnutzen – längs, diagonal oder eben quer. 

Endlich elektrisch

Vor genau 20 Jahren hat Smart den ersten fortwo vorgestellt, der zu dem Zeitpunkt noch CityCoupé hieß. Obwohl das Thema „Alternative Antriebe“ schon bei der ersten Smart Generation im Gespräch war, wurde das Auto nur mit Benzin- und Dieselantrieben auf den Markt gebracht. Die elektrischen Modelle kamen erst deutlich später. 2006 wurde eine Kleinserie in London getestet, 2009 eine weitere Testserie mit Tesla Komponenten entwickelt. 

So richtig zu kaufen gab es den elektrischen Smart erst ab 2012. Das aktuelle Modell, welches ich fahren konnte, gibt es erst seit Frühjahr 2017. Mit dem elektrischen Antrieb ist der Smart für mich richtig komplett. Er fährt sich deutlich besser als mit Verbrenner. Smart selbst wird ab 2020 für Europa und Nordamerika nur noch elektrische Modelle anbieten. Ein konsequenter Schritt, der meiner Meinung nach längst fällig war. 

Ab Frühjahr 2018 soll es dann auch endlich die 22kW Aufladeoption für den electric drive geben. Auch wenn das Aufladen mit knapp 4 Stunden nicht wirklich lange dauert, ist die 22kW Option mit ca. 700 – 800 Euro Aufpreis für mich ein Muss. Damit ist der Akku in knapp einer Stunde so gut wie voll – ideal für eine Mittagspause oder ein Besuch im Fitness-Studio.

Radargestützte Rekuperation

Ein besonderes Feature des Smart electric drive ist die radargestützte Rekuperation. Eine Radareinheit unter dem Nummernschild ermittelt den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Ist der Abstand gross genug (oder kein Auto vor mir), dann rekuperiert das Auto nicht, sondern segelt bzw. gleitet dahin, wenn man das Gas wegnimmt. 

Fährt man dem Vordermann etwas dichter auf, dann rekuperiert das Auto beim Gaswegnehmen solange, bis der Abstand wieder hergestellt ist. Das Feature ist recht praktisch – wer den Bogen raus hat, kann häufig auf den Einsatz der Bremse verzichten.

Allerdings erkennt das System nicht, wenn man z.B. als erstes Auto auf eine rote Ampel zufährt oder abbiegen möchte. Hier rekuperiert der Smart nicht. Obwohl die Situation zur Rekuperation ideal wäre, hat die Radarnase davon nichts mitbekommen. Verlassen sollten man sich auf dieses System also nicht. Im Eco-Modus ist es sowieso deaktiviert und die Rekuperation ist fest eingestellt. 

Frech, bunt, individuell und smart

Wer auf dicke Hose macht, kommt in der Stadt nicht wirklich vorwärts. Der Smart fortwo electric drive ist dazu die Alternative – kompakt, frech, bunt und smart. Er macht schon im Innenraum richtig gute Laune. Freundliche Farben, runde Formen – alles ist gut organisiert, alle Schalter sind am Platz. Die Sitzposition ist gut, lediglich die Unterstützung im unteren Teil der Sitzlehne hat für mich nicht gepasst (und ließ sich auch nicht verstellen).

Die ausgewählten Materialen sind teilweise ungewöhnlich. So ist das Armaturenbrett mit einem Stoff überzogen, der von einem hochwertigen Sportschuh stammt. Dazu kommen die Farben – sowohl für Innen als auch für Aussen. 

Für die Tridion Sicherheitszelle und die Bodypanels können verschiedene Farben gewählt werden. Die grüne Sicherheitszelle, die auch mein Testwagen hatte, gibt es übrigens nur bei den elektrisch angetriebenen Smarts. Damit ist der Kleine dann weithin als fortwo electric drive zu erkennen. 

Wer möchte, kann aus den verschiedenen Farb- und Ausstattungsvarianten entweder einen richtig eleganten Smart oder eine edel-bunte Version zusammenstellen. Darüber hinaus gibt es noch die Aufpreisliste von Brabus. Hier wird es dann noch individueller – aber auch richtig teuer.

Verbrauch und Reichweite 

Auf meinen Testfahrten habe ich im Schnitt einen Verbrauch von 15,6 kW/100 km angezeigt bekommen. Die Reichweite lag bei 120 – 130 km in der Praxis. Gefahren bin ich bei Aussentemperaturen so um die 8 – 10 Grad Celsius. Damit sollten selbst im Winter 100 km Stadtverkehr mit dem Smart electric drive kein Problem sein.  Trotzdem finde ich die 15,6 kWh/100 km Verbrauch etwas zu viel. Ein BMW i3 oder ein Hyundai IONIQ electric verbrauchen auch nicht mehr – sind aber vollwertige Autos mit 4 bzw. 5 Sitzplätzen und Kofferraum.

Das Video zum Test: Smart fortwo electric drive

 


Was müssen Sie zum Smart fortwo electric drive wissen ?
(Herstellerangaben)

  • 17,6 kWh Kapazität
  • Verbrauch 12,9 kWh/100 km
  • Reichweite NEFZ 160 km
  • AC Anschluss: Typ 2
  • AC max Ladeleistung: 4,6 kW (optional ab 2018 auch 22 kW)
  • Ladedauer 230 V Steckdose (2,3 kW): 6 Std. (80% Ladung)
  • DC Anschluss: –
  • DC max Ladeleistung: –

Optionen: Bei einem Elektroauto sind alle Extras und Optionen empfehlenswert, die sich nicht nachrüsten lassen und direkt der Reichweite bzw. dem schnelleren Aufladen des Autos dienen.

Diese Optionen bringen beim Smart fortwo electric drive mehr Reichweite:

  • es sind keine Optionen für Akku oder Ausstattung bestellbar, die die Reichweite verlängern würden

Diese Optionen machen das Aufladen des Smart fortwo electric drive flexibler oder schneller:

  • Ladeoption 22kW (dreiphasiges Laden) ab Frühjahr 2018 geplant

Andere technische Daten des Smart fortwo electric drive

  • Elektroantrieb mit 80 PS (60 kW)
  • 160 Nm Drehmoment
  • Reichweite bis zu 240 km NEFZ
  • 0-100 in 11,5 sek.
  • Höchstgeschwindigkeit 130 km/h
  • Wendekreis 6,95 m (Bordstein zu Bordstein)
  • Effizienzklasse A+
  • Preis ab 21.940 Euro
    (Angaben laut Homepage des Herstellers, Stand November 2017)

 

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